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Hier stelle ich Ihnen kurz mein Heimatland Mali vor:

Geografie: Mali ist ein Binnenland im Nord-Westen von Afrika. Es erstreckt sich über 1,240.000 km2 und ist damit das größte Land Westafrikas und das achtgrößte des Kontinents. Zum Vergleich: Mali ist 15 mal so groß wie Österreich. Es grenzt im Norden an Algerien, im Süden an Côte d'Ivoire und Guinea, im Osten an Burkina Faso und Niger und im Westen an Mauretanien und Senegal. Von allen Sahelländern erstreckt es sich am weitesten nach Norden in die Sahara hinein und infolge der Nord-Süd-Ausdehnung über mehrere Klima- und Vegetationszonen (vom Rand der tropischen Feuchtsavanne über die Trockensavanne und die Sahelzone bis in die Wüstengebiete der Sahara). Stark landschaftsprägend sind die beiden Hauptflüsse des Landes, der Fluss Senegal und der Niger. 

      

Bevölkerung: aufgrund der großen Wüstengebiete im Norden des Landes hat Mali verhältnismäßig wenig Einwohner: ca. 10 Millionen, also nur wenig mehr als Österreich.
Die Bevölkerung Malis setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen: die zahlenmäßig stärkste Gruppe (ca. 1,2 Mio.) sind die Bambara, andere ethnische Gruppen sind die Malinke, die Toucouleur oder Fulbe, die Sarakollé, die Songhai, die Senufo, die Bobo, die Mossi, die Bozo, die Dogon, die Tuareg, die Mauren usw.

Sprachen: Amtssprache ist Französisch, in Koranschulen wird auch in Arabisch unterrichtet, aber die meistgesprochene Sprache ist das Bambara (40%). Andere Umgangssprachen sind Dioula, Fulfulde, Sarakollé und Tamaschek.


Religionen: 80% der Bevölkerung bekennen sich offiziell zum Islam, 18% zu traditionellen afrikanischen Religionen und 1% sind Christen.

Wirtschaft: Mail ist eines der ärmsten und industriell am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Zwei Drittel des Landes im Norden bestehen aus unfruchtbarer Wüste und Trockensavanne. Nur im Süden gibt es fruchtbares Land. Etwa 95% der Bevölkerung Malis leben von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Vor allem im nördlichen Teil des Landes leben Nomaden und Halbnomaden, die Viehhaltung betreiben. In den 70er Jahren gab es jahrelange Dürren, die dem Land sehr geschadet.
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind: Hirse, Mais, Sorghum, Jams-Wurzeln, Maniok, Reis (im fruchtbaren Nigerdelta) und Baumwolle, Zuckerrohr und Erdnüsse für den Export (im fruchtbaren Süden). Die landwirtschaftliche Produktion reicht jedoch nicht für den Eigenbedarf und es müssen zusätzlich landwirtschaftliche Produkte importiert werden.
An Bodenschätzen gibt es: Eisenerz, Magnesit, Bauxit, Phosphate.
Zu den Problemen, die aus den geografischen und klimatischen Gegebenheiten des Landes resultieren (Trockenheit, geringe industrielle Entwicklung durch mangelnde Bodenschätze, Infrastrukurprobleme durch die Lage als Binnenland ohne Zugang zum Meer), kommen noch andere soziale und wirtschaftliche Probleme wie etwa eine hohe Auslandsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit vor allem in den Städten und unter den Jugendlichen, hohe Analphabetenrate (82%), schlecht ausgebautes Gesundheitswesen, Verbreitung von Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber und Flussblindheit, ungenügende Infrastruktur usw.

Kultur: Mali ist aber auch ein Land mit sehr reichem kulturellem Erbe, in dem die Traditionen immer noch sehr wichtig sind und viele Teile des Alltagslebens direkt oder indirekt davon beeinflusst werden, obwohl natürlich vor allem in den großen Städten der Einfluss des modernen westlichen Lebens auch sehr deutlich zu spüren ist.
In der bildenden Kunst findet man bemerkenswerte Schnitzereien, Masken und Statuen, aber auch Töpferarbeiten usw.
Besonders zu erwähnen ist natürlich auch die Musik mit ihren in Europa wenig bekannten Instrumenten, der Kora, dem Balafon und verschiedenen Trommelarten. Es gibt auch sehr interessante moderne Ansätze in der Musik. Einige moderne malische Musiker sind sogar international bekannt geworden, etwa Salif Keita, Mory Kante oder Ali Farka Touré.
Zwischen Literatur und Musik angesiedelt sind die Griots. Das sind Sänger, Geschichten- und Balladenerzähler, die einerseits die traditionellen Epen weitergeben, andererseits bei öffentlichen Anlässen Lobgesänge auf einzelne Personen singen und außerdem eine wichtige soziale Funktion in der Gesellschaft als Vermittler inne haben.
Die Literatur wurde traditionell mündlich überliefert. Es gibt wunderschöne Epen, aber auch das Geschichtenerzählen, die Worträtsel und andere orale Überlieferungen gehören zum Alltagsleben der Menschen. Und heutzutage gibt es auch viele begabte moderne Schriftsteller, die meist in Französisch publizieren. Zu den bekanntesten AutorInnen Malis zählen: Amadou Hampâté Bâ, Seydou Badian, Massa Makan Diabaté, Yambo Oulouguem, Ibrahima Ly, Fili Dabo Sissoko, Hamadoun Ibrahima Issébéré, Mandé Alpha Diarra, Moussa Konaté, Nagognimé Urbain Dembélé, M'Bamakan Soucko, Alkaly Kaba, Gaoussou Diawara, Aoua Keita 
Auch in den Bereichen Fotografie und Film gibt es einige interessante neuere Ansätze.

Geschichte und Politik: Der Name des Landes stammt vom westsudanesischen Großreich Mali (13. bis 15. Jahrhundert). Dieses Reich wurde vom Songhay-Imperium von Gao abgelöst. Damals wurde Timbuktu zum größten islamischen Gelehrtenzentrum südlich der Sahara. Ab Ende des 16. Jahrhunders zersplitterte dieses Großreich in mehrere kleine Staaten. 1892 erfolgte die Gründung der französischen Kononie Soudan. Ab 1910 hieß das Gebiet des heutigen Mali "Soudan français".
Im Jahre 1960 wurde Mali unabhängig. Erster Präsident der Republik Mali war Modibo Keita. Er wollte eine sozialistische Gesellschaft unter Wahrung afrikanischer Traditionen aufbauen und arbeitete vor allem mit sozialistischen und kommunistischen Staaten zusammen.
Nach einem Militärputsch 1968 übernahm Moussa Traoré die Macht, die er für die nächsten 25 Jahre inne hatte.
Nachdem die Regierung Malis mehrere unabhängige politische Vereinigungen, die ein Mehrparteiensystem forderten, verboten hatte, kam es 1991 zu schweren Unruhen in der Hauptstadt Bamako. Tagelang protestierten vor allem Jugendliche und Frauen, 200 Menschen starben bei den Demonstrationen. Schließlich wurde Moussa Traoré vom Militär gestürzt und festgenommen. 
Oberstleutnant Amadou Toumani Touré leitete eine Übergangsregierung und führte ein Mehrparteiensystem ein.
1992 wurde eine zivile Regierung unter dem heute noch amtierenden Präsidenten Alpha Oumar Konaré gewählt. 

Tourismus: Mali ist touristisch bis jetzt noch wenig erschlossen, die touristische Infrastruktur noch nicht besonders gut ausgebaut, für Individual- und Abenteuertouristen ist es jedoch ein sehr interessantes Land.
Die MalierInnen sind sehr gastfreundlich und das Land ist reich an kulturellen Traditionen.
Die Hauptstadt Bamako ist eine pulsierende und farbenfrohe Stadt mit angenehmer, typisch afrikanischer Atmosphäre. Abgesehen vom großen Markt, der Moschee und dem Handwerkermarkt, gibt es ein sehr interessanten Nationalmuseum zu besichtigen, in dem traditionelle und alltägliche Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge der verschiedenen ethnischen Gruppen des Landes und eine ethnologische Sammlung von religiösen Gegenständen wie Masken und Holzfiguren ausgestellt sind. Im Landesinneren sind vor allem die Städte Mopti, Ségou, Koulikoro, Djenne (mit seiner großen Moschee als Zentrum der mittelalterlichen sudanesischen Lehmarchitektur) und Timbuktu als touristische Zentren zu nennen. Zu gewissen Zeiten kann man mit dem Schiff auf dem Niger reisen. Die touristisch am meisten frequentierte Gegend Malis ist das Dogonland im Südosten: die Falaise von Bandiagara ist eine etwa 140 km lange und 250m bis 300m hohe "Felsküste" aus Sandstein, an der die Dörfer der Dogon wie Nester kleben.

 


Eine rituelle Prozession auf dem               
Weg durch ein Dogon-Dorf       

Der Markt von Bamako

Pirogen auf dem Niger bei Mopti

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Dann besuchen Sie doch ab 13.Okt. 2006 "Mali kanu - Mali-Kultur-Tage in Wien" in der Volkshochschule Hietzing: fünf Tage lang gibt es dort ein intensives kulturelles Rahmenprogramm und einen Monat lang lässt die modern inszenierte Szenographie "Ein Fest für die Augen" den/die AusstellungsbesucherIn vom Baumwollanbau bis zum fertigen Gewand eintauchen in eine Welt der Farben und Muster, gleichzeitig aber auch in das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben im heutigen Mali.

Die "Österreichisch-malische Gesellschaft" ist ein Verein, der MalierInnen und ÖsterreicherInnen, die sich für Mali interessieren, in gemeinsamem Engagement zusammen bringt.

Oder folgen Sie einigen ausgewählten Links zum Thema "Mali".

 

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